Nevernight – Die Prüfung [Jay Kristoff]

INHALT

In einer Welt mit drei Sonnen,
in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes,
sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.

Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …
[Quelle: FISCHER TOR]

„Du fängst mit nichts an. Dir gehört nichts Du weißt nichts. Du bist nichts.“

S. 179

DIE (wichtigsten) CHARAKTERE

MIA CORVERE
Mia ist eine Dunkelinn und kontrolliert die Schatten. Ständig an ihrer Seite ist Herr Freundlich, die Schattenkatze, die ihr das Leben rettete und die seitdem in Mias Schatten lebt. Die Nicht-Katze ernährt sich von ihrer Angst und hält die Albträume fern, die das Mädchen seit dem Sturz ihrer Familie quälen.
Mia lebt bei Mercurio, der ihr den Weg zur Roten Kirche ebnet und ihr ein Ziel gibt: Überleben, stärker werden und ihre Familie rächen. Mithilfe der Roten Kirche will Mia dieses Ziel erreichen, indem sie dort die harte Ausbildung absolviert und zur Klinge wird – einer totbringenden Assassinin.

TRIC
Tric ist eine Zufallsbekanntschaft, wird jedoch schnell sehr viel mehr für Mia. Er ist ebenfalls auf dem Weg zur Roten Kirche und will eine Klinge werden. Gemeinsam absolvieren die beiden die Ausbildung, werden Konkurrenten und kommen sich näher. Tric hatte – wie Mia – keine leichte Kindheit und somit ganz eigene Gründe, wieso er anderen den Tod bringen möchte. Anders als Mia, die oft kalt und hart wirkt, erkennt man an Tric eine weiche Seite. Er hat ein Herz, das er schnell an Mia verliert.

ASHLINN
Ash ist, wie Mia und Tric, Akolythin der Roten Kirche und will eine Klinge werden. Sie wurde gemeinsam mit ihrem Bruder von ihrem Vater auf diese Rolle vorbereitet und kennt somit einige Geheimnisse, die Mia von Mercurio verschwiegen wurden. Ashlinn ist eine begabte Diebin, hält kein Blatt vor den Mund und freundet sich – trotz Konkurrenzkampf – mit Mia an.

„Je heller das Licht, desto dunkler der Schatten.“

S. 521

MEINE MEINUNG

Wow … Einfach nur wow!
Nevernight – Die Prüfung ist eines jener Bücher, die man nur schwer beschreiben kann. Der Schreibstil ist einzigartig intensiv und besticht durch einen humorvollen (vielleicht sogar verrückten) Erzähler, der seine Eindrücke immer wieder in Fußnoten kundtun muss. Durch diesen besonderen Stil wird dem/der LeserIn viel Hintergrundwissen vermittelt. Man lernt die Stadt Gottesgrab auf diese Weise von vielen Seiten kennen: Geschichte, Geografie, Politik, Religion, Mythen und Legenden. Es ist gewöhnungsbedürftig und ich muss zugeben, dass ich die meisten Fußnoten nur überflogen oder auch übersprungen habe, aber sie haben definitiv für den ein oder anderen Lacher oder AHA-Moment gesorgt.

Inhaltlich möchte ich gar nicht viel zum Buch sagen, da das nicht ohne Spoiler geht, deshalb gehe ich hier mehr auf die Charaktere ein. Denn Mia hat mir wirklich unsagbar gut gefallen!
Sie ist keine typische Protagonistin. Sie hat viele Ecken und Kanten und ist weit (sehr weit) davon entfernt, perfekt zu sein. Sie versucht es auch gar nicht erst, denn alles, was sie interessiert, ist ihre Rache. Um ihr Ziel zu erreichen und die Männer zu töten, die für den Zerfall ihrer Familie verantwortlich sind, tut sie wirklich alles. Sie geht sprichwörtlich über Leichen und zögert nicht.

„Sie würde niemals vergeben. Niemals vergessen. Niemals.“

S. 270

Obwohl mir das Buch richtig gut gefallen hat, kam ich sehr schwer in die Handlung hinein. Mia war am Anfang nicht leicht zu durchschauen und man konnte sie wegen ihrer kühlen Art kaum kennenlernen. Erst in den Gesprächen mit dem frechen Herrn Freundlich kam ihr Humor zu mir durch und ich fing an, hinter ihre Maske zu schauen. Sie ist kein klassisches Mädchen. Ganz und gar nicht…
Sie flucht, sie raucht, sie ist direkt. Sie nimmt sich, was sie haben will, sie spricht, worüber sie sprechen will und sie sagt, was sich andere nicht auszusprechen wagen. Diese direkte (manchmal fast vulgäre) Art hat mir gut gefallen und Mia in meinen Augen sympathisch gemacht. Zudem ist sie wirklich witzig. Ihr trockener Humor hat mich oft herzhaft lachen lassen.

„Wenn man von einem Feind geschlagen würde, der ein Schwert namens Seelensäufer schwingt … damit kann man leben. Aber stell dir die Schande vor, wenn einem eine Klinge, die Puschel heißt, die Scheiße aus dem Leib geprügelt hat.“

S. 94

Mia Corvere ist ein Charakter, der einer Zwiebel gleichkommt. Sie ist vielschichtig und manche Teile von ihr bringen einen wirklich zum Weinen. Ihre Geschichte ist tragisch und durchtränkt von Blut und Gewalt. Die Dunkelheit, die sie kontrolliert ist schwarz wie die Nacht und ebenso dunkel wie ihr Inneres. Gefühle streitet sie ab, auch wenn das in Trics Nähe nicht immer leicht ist.

FAZIT

Nevernight – die Prüfung ist ein wahnsinnig intensives Buch, das mir den Einstieg nicht sehr leicht gemacht hat. Die Welt, die Jay Kristoff hier erschaffen hat, ist gewaltig und bietet neben Mord und Totschlag auch eine bildgewaltige Kulisse.
Die Charaktere sind vielschichtig und haben alle eine tragische Vergangenheit, die sie in ihrem Handeln beeinflusst. Es gibt eine Liebesgeschichte, die jedoch nicht den Handlungsschwerpunkt ausmacht, was mir sehr gut gefallen und mich an Throne of Glass erinnert hat.
Apropos Throne of Glass: Von vielen Fans der ToG Reihe habe ich gelesen, dass Nevernight noch besser sein soll. Dieser Meinung kann ich mich bisher noch nicht anschließen. Ich finde beide Reihen toll, aber Nevernight kommt für mich aufgrund des intensiven Schreibstils nicht an die ToG Reihe heran. Die Handlung hatte leider am Anfang und in der Mitte unnötige Längen, die mir zwar die Charaktere nähergebracht haben, mich aber auch von der Haupthandlung entfernt haben.
Dennoch ist Nevernight – Die Prüfung ein überraschendes Highlight für mich geworden und ich freue mich auf Band 2 und Band 3!

3 Kommentare

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